Wenig bekannte Abteien und verlassene Ortschaften in Ligurien
Wenig bekannte Abteien und verlassene Ortschaften in Ligurien
Ligurien ist mehr als die Küstenstädte Portofino oder Cinque Terre. Hinter den touristischen Hotspots liegen Orte, die fast vergessen wirken: alte Abteien, die kaum noch besucht werden, und Dörfer, die der Zeit trotzen, während die Bevölkerung schrumpft. Wer sich abseits der üblichen Pfade bewegt, findet Spuren einer Vergangenheit, die vom Klosterleben, der Landwirtschaft und dem Abwandern in die Städte erzählt.
Verborgene Abteien: stille Zeugen der Geschichte
Die Abteien Liguriens sind oft klein, unscheinbar und leicht zu übersehen. Beispiele dafür sind:
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Abbazia di San Fruttuoso: Zwar bekannt, aber nur per Boot oder langer Wanderung erreichbar. Gegründet im 10. Jahrhundert, diente sie als Rückzugsort für Mönche, Piraten und Reisende.
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Abbazia di Sant’Andrea di Vercelli: Etwas nördlich im Hinterland gelegen, wird heute kaum mehr genutzt. Ihre Mauern erzählen vom mittelalterlichen Klosteralltag, handschriftlichen Archivstücken und den alten Weinbergen rundherum.
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Abbazia di San Pietro di Novella: Winzig, verschlafen, fast komplett von der Natur zurückerobert. Besucher erleben dort Stille, die in touristischen Gegenden schwer zu finden ist.
Viele dieser Abteien teilen eine ähnliche Entwicklung: gegründen im Mittelalter, im 18. oder 19. Jahrhundert zunehmend entvölkert, häufig verkauft oder aufgegeben. Sie sind oft nur durch Wanderwege erreichbar, was ihren Charme für Liebhaber historischer Architektur und Ruhe ausmacht.
Typische Situationen vor Ort
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Man kommt nach einer Stunde steiler Wanderung an und findet nur noch Ruinen mit wilder Vegetation.
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Vögel und Bienen summen um alte Kapellen, während einst Mönche hier ihr Leben bestimmten.
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Ein Einheimischer erklärt im Vorbeigehen die Legende der Abtei – und verschwindet dann wieder hinter den Olivenhainen.
Verlassene Ortschaften: Liguriens stille Zeugen
Neben den Klöstern gibt es ganze Dörfer, die fast aufgegeben sind:
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Bergdörfer wie Bussana Vecchia: Fast vollständig verlassen nach dem Erdbeben von 1887. Heute leben dort Künstler, doch viele Häuser stehen leer.
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Realdo: Im Hinterland von Imperia, nur 200 Einwohner, viele alte Häuser unbewohnt. Die Straße durch den Ort wirkt wie eine Zeitreise.
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Isolabona: Kleine Berggemeinde, die ihre Bevölkerung seit den 1960er Jahren halbiert hat. Einige Häuser stehen leer, andere beherbergen noch traditionelle Handwerksbetriebe.
Die Entvölkerung ist typisch für Ligurien: junge Menschen ziehen in die Städte, Landwirtschaft und Fischerei verlieren an Bedeutung. Wer heute kommt, erlebt eine Mischung aus Ruinen, teilweise restaurierten Häusern und der Stille eines abseitsliegenden Hinterlands.
Praktische Tipps für Besucher
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GPS oder Wanderkarten sind oft nötig, da viele Orte nur schwer ausgeschildert sind.
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Wanderschuhe, Wasser und etwas Proviant einpacken – viele Dörfer liegen mehrere Kilometer von der nächsten Straße entfernt.
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Vorsicht vor instabilen Gebäuden: verfallene Häuser können gefährlich sein.
Persönliche Einschätzung
Wer Ligurien abseits der Küste erlebt, merkt schnell: Geschichte ist hier nicht nur in Museen konserviert, sie lebt in den Mauern der Abteien und den verlassenen Dörfern weiter. Für Wanderer, Historiker oder Fotografen lohnt sich der Blick ins Hinterland. Es ist ruhig, teilweise melancholisch, aber gerade das macht den Reiz aus.
FAQ zu Abteien und verlassenen Ortschaften in Ligurien
F: Sind die abgelegenen Abteien für Touristen zugänglich?
A: Teilweise ja. Viele sind über Wanderwege erreichbar, manche nur mit Boot (z. B. San Fruttuoso). Einige stehen auf Privatgrund, also vorher informieren.
F: Kann man in verlassenen Dörfern übernachten?
A: In manchen Orten gibt es Gästehäuser oder Künstlerunterkünfte, aber die meisten Häuser sind unbewohnt und nicht begehbar. Camping ist oft eingeschränkt.
F: Welche Jahreszeit ist am besten für Besuche?
A: Frühling und Herbst sind ideal: angenehme Temperaturen, weniger Mücken, klare Sicht auf Landschaft und Küste. Im Sommer kann es sehr heiß werden, im Winter oft matschig oder rutschig auf Bergpfaden.
F: Gibt es Führungen oder lokale Informationen?
A: Nur selten. Meist sind es Wanderführer oder kleine lokale Tourismusbüros, die Karten oder Tipps geben. Viele Informationen stammen von Einheimischen oder aus historischen Quellen.
F: Wie viel Zeit sollte man einplanen?
A: Für eine einzelne Abtei oder ein verlassenes Dorf reichen 2–3 Stunden. Wer mehrere Orte verbinden will, besser ein bis zwei Tage einplanen, besonders wenn man wandert.
Labels/Tags:
Ligurien, verlassene Dörfer, Abteien, Wanderungen, Hinterland, historische Orte, Italien
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